Schulgeschichte

Am 27.08.1977 wurde das Schulgebäude seiner Nutzung übergeben. Doch bereits 1443 hatte Sayda eine Schule, diese besuchten, weil es nur ihnen gestattet war, nur Knaben. Gesang und Latein waren die Hauptfächer. Die Knaben mussten zu Trauungen, Gottesdiensten, Messen, Beerdigungen und Taufen in der Kirche singen. Dies ist aus den Eignungsbrief zu ersehen, der von den Brüdern Seyfreid und Heincze von Schöneberg im Jahre 1443 der Bäckerinnung übergeben wurde.

1463 wurde ein zweiter Stadtbrief ausgestellt, von den Gebrüdern Bernhard und Caspar von Schönberg. In ihn heißt es dass der Stadtrat die Wahl eines Schulmeisters mitbestimmen konnte, so musste Sayda also eine Stadtschule haben.

1577 wurden erstmals Mädchen im Kirchenvisitationsprotokoll erwähnt. Die Unterrichtsfächer waren Kochen und Handarbeiten. Doch bis 1792 wurden Mädchen und Jungen getrennt beschult. Für die Mädchen waren oft Schreiner und Handwerker zuständig, der Unterricht war in den Wohnungen der Handwerker. Lange Zeit unterrichteten ein Lehrer (Rektor), der meist die Jungen unterrichtete und im Schulgebäude wohnte und ein Kantor, der hauptsächlich im Kirchendienst tätig war und im Pfarramt wohnte die Saydaer Schule.

1792 wurde die Mädchenschule in die Stadtschule eingegliedert, so fand der Unterricht für Jungen und Mädchen in der Stadtschule Sayda statt. Am Anfang waren die Klassen zwischen Jungen und Mädchen getrennt, später wurden sie zusammengelegt.

1835 tritt die Sächsische Volksschulgesetzgebung mit der Ausführungsverordnung in Kraft. Die Schule ist nun von der Kirche getrennt.

  • § 19 "Jedes Kind hat in der Regel die Schule acht Jahre lang ununterbrochen, im Sommer, wie Winter, zu besuchen."
  • § 29 regelt die Anzahl der Stunden in den einzelnen Fächern und Klassen
  • § 77 regelt die Bestrafung

1836 ist die Grundlage für die Saydaer Schulordnung geschaffen. Zur Saydaer Schulgemeinde gehörten die Stadt Sayda, der OT Mortelgrund und das kleine Vorwerk.

In der Nacht vom 31. August zum 01. September brach Sayda ein Feuer aus. Dieses entwickelte sich zu einem Stadtbrand und zerstörte auch das Schulgebäude. Nun mussten die Schulkinder in die Nachbarorte zur Schule gehen, aber für die Kleineren fand der Unterricht jedoch im Schlosswirtschaftsgebäude statt.

1844 wurde die neue Schule eingeweiht. Ein Ofen stand in jedem Klassenzimmer. Eine Toilette war vorhanden. 189 Schüler wurden von zwei Lehrern in 4 Klassen auf einer Etage unterrichtet. Es erhöhte sich die Schülerzahl auf 300 Jungen und Mädchen.

Der Turnunterricht wurde 1865 eingeführt. Er war anfangs noch freiwillig und fand bei schönen Wetter auf den Platz hinter dem ehemaligen „Schwarzen Ross“ statt. Bei schlechtem Wetter fand der Turnunterricht im Badsaale (Ferienheim) statt.

Es unterrichteten 3 Lehrer 290 Schüler in 6 aufsteigenden Klassen. 316 Schüler gab es 1870. So wurden bis zu 40 Schüler in einzelnen Klasse unterrichtet. Um dies zu umgehen, wurden die älteren Schüler Nachmittagsunterricht bestellt.

1877 wurde eine 4. Lehrerstelle geschaffen.

1887 wurde die „neue Schule“ und Turnhalle eingeweiht. Es wurde die erste Lehrerin(für Nadelarbeit) eingestellt. Das Schulgeld richtete sich nach der Klassenstufe und nach der Anzahl der Geschwisterkinder. Es gab auch Ermäßigungen, wenn viele Kinder in einer Familie waren. Konnten sich Eltern das Schulgeld nicht leisten gab es Unterstützung aus der Armenklasse oder aus dem Geldvermögen von Stiftungen. Die Fächer in dieser Zeit waren Religion, Schönschreiben, Geschichte, Kopf- und Tafelrechnen, Naturkunde und Erdbeschreibung sowie Sprach- und Leseübungen und Rechtschreiben. Vor dem Unterricht betete man. Es gab 6 Klassen mit mehreren Altersgruppen in einer Klasse. Die Schulkinder, die störten oder gegen Regeln verstoßen, deren Namen wurden auf denschwarzen Brett notiert. Für Verstöße gegen die Schulordnung gab es z.B. Schläge mit dem Rostock.

1920 wurde der Unterricht bis zur achten Klasse erweitert.

1935-1945 trug die Schule den Namen „Hans Schemm“.

1948-1952 erfolgte ein klassenweiser Übergang der Ullersdorfer Schüler nach Sayda, da die Ullersdorfer Schule aufgelöst wurde. Der erstmalige Schuleingang der im September war und nicht wie sonst zu Ostern fand 1948 statt.

1959 wurde der polytechnische Unterricht eingeführt. Auf der Heidersdorfer Gasse wurde Schulwerkstatt geschaffen.

1960 weilten regelmäßig Vietnamesische Studenten in Sayda. Die DDR Unterstützte Vietnam damals Befreiungskampf. Es entwickelte sich eine große Beziehung zwischen unserer Schule und Vietnam. So erhielt am 07.10.1960 die Saydaer Pionierfreundschaft den Namen „ Ho-Chi-Minh“.

1961/62 wurde der Schulunterricht bis zur zehnten Klasse ausgedehnt. Pioniere der Gruppe „Thälmann“ in Hanoi und die Pionierfreundschaft „Ho-Chi-Minh“ in Sayda schlossen einen Partnerschaftsvertrag.

1968 wurde das Schulkombinat Sayda-Friedebach gegründet. Der Bau eines neuen Schulgebäudes wurde dringend notwendig.

Auf der Anhöhe hinter dem Wasserturm wurde am 17.05.76 der Grundstein für eine neue Mittelschule gelegt. Die alte Schule in der Schulgasse wurde stillgelegt bzw. Das Gebäudezweckentfremdet genutzt.

1977 war die erste Besichtigung des neu errichteten Schulgebäudes und der Turnhalle. Am 15.07. nahm die staatliche Bauaufsicht das Schulgebäude ab. Im Feriensommer halfen 100 Schüler (ab den 14.Lebensjahr) die Oberschule in Sayda fertig zu stellen.

Am 16.07.77 wurde das neue Schulgebäude mit neuem Schulmobilar ausgestattet.

20.07.77 – Baustellenbesprechung mit Besichtigung des Schulneubaus.

Am 23.07.77 wurden die Schulmöbel in die neue Schule transportiert und aufgestellt.

Am 13.08.77 war der Möbel Transport zwischen Brand-Erbisdorf und Sayda.

Am 27.08.77 war in der Freien Presse zu lesen das die Schüler der OS Lichtenberg im Rahmen des Feriensommers in der neuen OS Sayda 14 Tage mithalfen.

Die Einweihung der Turnhalle war am 27.08.1977.

Am Wochenende vom 27./28.08.77 fand das 7. Bergfest statt. Noch bis zum 31.08.77 gingen die Einräumungsarbeiten fieberhaft voran.

Am 01.09.1977 war die Eröffnung des neuen Schuljahres auf den Pausenhof mit einem Appell. Es gab 26 Erstklässler, 11 Klassen, 279 Schüler/-innen, 8 mänliche und 11 weibliche Lehrkräfte sowie 1 Freundschaftspionierleiter: H. Kleinwächter.

Im August1995 fand die Übergabe der überholten alten Grundschule in der Schulgasse statt, seitdem sind dort 4 Klassen.

Warum hatte unsere Schule lange den Namen Ho Chi Minh?

Am 25.02.1958 trafen 21 vietnamesische Kinder aus dem Maxim Gorki Heim aus Moritzburg bei Dresden mit den Zug ein. Die Pioniere der Oberschule Sayda begleiteten sie in die Jugendherberge nach Mortelgrund.

Am 26.02.1958 wurde gemeinsam Ski gefahren und da die Vietnamesischen Kinder keine Handschuhe mithatten gaben ihnen unsere Pioniere ihre Handschuhe.

Am 01.03.1958 hatte eine Pferdeschlittenfahrt zu einer Grenzstation zur CSSR nach Neuwernsdorf stattgefunden.

Am 02.03.1958 fand eine Busfahrt nach Seiffen ins Spielzeugmuseum statt und danach ging es nach Neuhausen zum Skispringen.

Am 03.03.1958 war die Rückfahrt nach Dresden. Der Kontakt zu den Vietnamesen riss nicht mehr ab.